Old Mission Santa Barbara Tour:
โDie Rolle der Missionโ
Seit etwa 11.000 Jahren leben die Chumash an der mittleren Kรผste Kaliforniens zwischen dem heutigen Malibu und San Luis Obispo. In der Region Santa Barbara-Goleta gab es mehrere bedeutende Gemeinden. Schauen Sie in Richtung Meer und versuchen Sie, sich die Gegend vor und nach dem Kontakt mit den Europรคern vorzustellen. Vor dem Kontakt befand sich an der Mรผndung des Mission Creek ein grรถรeres Chumash-Dorf, Syuxtun, mit einer geschรคtzten Bevรถlkerung von 600 Menschen. Zu den Chumash-Siedlungen gehรถrten ein Tanzplatz unter freiem Himmel mit einem abgegrenzten sakralen Raum, der fรผr zeremonielle Zwecke genutzt wurde, sowie offizielle Friedhรถfe mit Markierungen aus Walfischknochen. Berichte von Entdeckern beschreiben Hรคuser aus Schilfrohr, die โwie Halbkugeln geformtโ waren, gerรคumig und mit einer รffnung an der Oberseite, durch die das Licht eindringen und der Rauch entweichen konnte. Sie hatten eine Grรถรe von 3,5 bis 6 Metern im Durchmesser.
Im Jahr 1782 wurde El Presidio Real de Santa Bรกrbara, ein spanischer Militรคrstรผtzpunkt (Fort), im heutigen Stadtzentrum von Santa Barbara gegrรผndet. Das Fort bestand zunรคchst aus Lehm- und Reisigmauern in Form eines Rechtecks. Im Jahr 1783 zรคhlte der Stรผtzpunkt 61 Offiziere und Mannschaftsmitglieder. In diesem Fort wurden spanische Soldaten stationiert, um die Siedlung und die wachsende Kolonie zu schรผtzen.
Die Kolonisierung des amerikanischen Kontinents begann im frรผhen 16. Jahrhundert im heutigen Zentralmexiko. Die spanische Regierung wรคhlte Franziskanermรถnche aus, um den Ureinwohnern nicht nur zu predigen, sondern ihnen auch neue Fertigkeiten beizubringen, damit sie zu produktiven Bรผrgern fรผr Spanien werden konnten. Zwรถlf Ordensbrรผder kamen 1523 nach Neuspanien (Mexiko) und spielten zusammen mit anderen Orden eine Schlรผsselrolle bei der Evangelisierung der indigenen Vรถlker, insbesondere in den Gebieten am Rande der kolonialen Siedlungen. Die Franziskaner kamen 1769 nach Alta oder โOberkalifornienโ โ das als Grenzgebiet betrachtet wurde โ und grรผndeten dort Missionen. Zudem kamen spanische Siedler und Soldaten, um Stรคdte zu grรผnden, die Spanien helfen sollten, den nรถrdlichsten Teil seiner Kolonien auf dem amerikanischen Kontinent zu kontrollieren.
Fรผr die Missionare und Siedler in Kalifornien waren die Domestizierung von Ackerbau und Viehzucht ein wesentlicher Bestandteil des Aufbaus und der Unterstรผtzung der kolonialen Siedlungen. Die Erzeugnisse der Mission Santa Barbara ernรคhrten die Bewohner der Mission (Mรถnche und getaufte Chumash), die Soldaten des Presidio und die wachsende Zahl von Siedlern.
Siedler aus Neuspanien (Mexiko) brachten Tiere wie Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und Pferde, sowie viele Pflanzen wie Weizen mit. Landwirtschaft und Viehzucht im europรคischen Stil fรผhrten hรคufig zur Zerstรถrung der natรผrlichen Lebensrรคume, die die Chumash vor dem Kontakt mit den Europรคern mit traditionellen Nahrungsmitteln und anderen Ressourcen versorgt hatten. Die Siedler brachten auch ungewollt Schรคdlinge wie Ratten und invasive Pflanzen mit. Die Zerstรถrung der natรผrlichen Lebensrรคume und der traditionellen Nahrungsquellen fรผhrte schlieรlich dazu, dass viele Chumash wegen der hier verfรผgbaren Nahrungsmittel in die Mission kamen.
Mit den Pflanzen und Tieren brachten die Kolonisten auch Krankheiten mit, gegen die die Einheimischen keine Immunitรคt besaรen. Diese Krankheiten fรผhrten nicht nur in Santa Barbara, sondern in ganz Kalifornien zu Epidemien und einem enormen Verlust an Menschenleben. Die Einfรผhrung neuer Nahrungsquellen schwรคchte das Immunsystem vieler Ureinwohner in den Missionsgebieten. Auรerdem lebten sie nun auf engem Raum, wodurch sich Krankheiten leicht verbreiten konnten. Die Kombination dieser Faktoren fรผhrte zu einer erschreckend hohen Kindersterblichkeit, einer geringen Fruchtbarkeit und einer niedrigen Lebenserwartung der indigenen Bevรถlkerung in Kalifornien. Die allgemeinen Auswirkungen der Missionszeit auf indigene Gemeinschaften waren verheerend, da ein schwerwiegender Rรผckgang der Bevรถlkerung bedeutete, dass indigene Gemeinschaften darum kรคmpfen mussten, ihre Kultur, Sprache und Traditionen aufrechtzuerhalten.
Heute wird in einem fortlaufenden Prozess der Zusammenarbeit versucht, die verschiedenen Perspektiven von Einzelpersonen und Gemeinschaften, die Teil der Geschichte der Mission sind, besser zu verstehen. Im Geiste der Versรถhnung und Heilung lernen wir fortlaufend aus unseren Erfahrungen und den Erfahrungen der Menschen, die von der Missionszeit betroffen waren. Mitte des 20. Jahrhunderts formulierte die katholische Kirche eine Auffassung von Missionstรคtigkeit, die die Wรผrde aller Menschen achtet und jede erzwungene Bekehrung von Nichtchristen zum Glauben verbietet. Als die Franziskanerinnen und Franziskaner von heute erkennen wir die Missionstรคtigkeit als eine Berufung an, die Frohe Botschaft des Evangeliums weiterzugeben, indem wir Zeugnis von Gottes grenzenloser Liebe in der Welt ablegen. Mit einem missionarischen Geist, der uns dazu animiert, โden Menschen mit einem offenen Verstand und einem groรen Herzen zu begegnenโ, bemรผhen wir uns, kรถrperliche und geistige Bedรผrfnisse mit einem Ansatz von Demut, Geduld und Verstรคndnis zu erfรผllen. Unsere vielfรคltigen Dienste, Aufgaben und wohltรคtigen Werke spiegeln unseren tiefen Glauben an das Gute in den Menschen, in der Welt und in der gesamten Schรถpfung wider.

